{"id":237,"date":"2021-03-21T22:23:37","date_gmt":"2021-03-21T21:23:37","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/?p=237"},"modified":"2021-04-11T13:46:50","modified_gmt":"2021-04-11T11:46:50","slug":"ugly-fat-thing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/?p=237","title":{"rendered":"ugly fat thing"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><em>Annie Stone<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Bewahre dir die F\u00e4higkeit zu tr\u00e4umen<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein\/e Autor\/in am Ende der Geschichte ein paar pers\u00f6nliche Worte schreibt, lese ich die immer zuerst. Dass diese Geschichte von Verlagen abgelehnt wurde bzw. es gar nicht erst so weit geschafft hat und Annie Stone sie selbst ver\u00f6ffentlichte, in dem Wissen, dass sie im breiten Massenmarkt versinken w\u00fcrde, machte mich traurig und w\u00fctend. Erst recht, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem zarten pinken Cover verbirgt sich eine Geschichte, die ganz sicher verdient, von vielen Menschen gelesen zu werden. Von denen die \u201eschwach\u201c sind und von denen, die andere schw\u00e4chen um sich besser zu f\u00fchlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr dieses Buch gibt es mal eine Einteilung in Themenbereiche:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Hauptfigur<\/strong>&nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ashley Delaney f\u00fchlt sich gar nicht wie eine Ashley, denn die sind sch\u00f6n, beliebt und d\u00fcnn. Alles, was sie nicht ist. Sie arbeitet in einem Call-Center und lebt mit 28 Jahren bei ihren Eltern. Meistens bleibt sie zuhause, wo sie ihre eigenen Klamotten n\u00e4ht oder geht zu ihrer Freundin Staci.<\/p>\n\n\n\n<p>Ashley steht sich selber im Weg, weil sie vor lauter Angst, dass andere sie eklig finden oder sich \u00fcber sie lustig machen, kaum aus dem Haus geht. Immer wieder macht sie sich selber schlecht. Und wenn sie es nicht tut, macht es bestimmt ihre Mutter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Familie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Familie ist alles, aber keine Bilderbuchfamilie. Ihre Mutter sch\u00e4mt sich f\u00fcr Ashley. Sie versucht st\u00e4ndig, sie zum Abnehmen zu bewegen und schleppt immer wieder M\u00e4nner an, um die Tochter endlich unter die Haube zu bringen. In der glitzernden Filmwelt von Los Angeles, in der sie sich dank dem Vater bewegen, ist eine dicke Tochter peinlich, weshalb sie nicht mit auf den roten Teppich darf oder gar Erw\u00e4hnung in der Presse findet. Die Mutter ist so gemein, dass man beim Lesen richtig aggressiv wird und ihr echt was B\u00f6ses will. Sie macht Ashley permanent nieder und versteht es nicht mal dann, wenn man es ihr haarklein erkl\u00e4rt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gegenpart ist Ashleys Bruder Chad. Der Fitness-Influencer mit Millionen von Follower und seiner h\u00fcbschen Freundin Katie ist der ganze Stolz der Mutter. Zun\u00e4chst realisiert Chad nicht, dass auch er seine Schwester runterzieht. Doch als er sich dessen bewusst ist, tritt er f\u00fcr Ashley ein und hilft ihr in ein neues Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater spielt keine gro\u00dfe Rolle, denn er ist eh nie f\u00fcr seine Tochter da.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Staci ist Ashleys einzige Freundin, die immer f\u00fcr sie da ist. Sie meldet Ashley bei einem Online-Dating-Portal f\u00fcr Dicke an, wo sie regen Zuspruch erh\u00e4lt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liebe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Dating-Portal lernt sie Jordan kennen. Er schafft es, sie aus der Reserve zu locken, was aber gar nicht so einfach ist, da Ashley einfach nicht glauben kann, dass so ein hei\u00dfer Typ wie er sich f\u00fcr sie interessiert. Immer wartet sie darauf, dass er sich \u00fcber sie lustig macht, sagt, dass das alles nur ein Scherz war. Es ist aber Ashley, die immer wieder einen Schritt zur\u00fcck geht. Sie glaubt ihm nicht, wenn er ihr Komplimente macht und trennt sich schlie\u00dflich von ihm.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Erkenntnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Trennung kommt Ashley endlich ins Handeln und k\u00e4mpft sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ins Leben. Ihr ist bewusst, dass sie nur selber an sich arbeiten kann und lernen muss, sich selbst zu lieben, damit es auch andere tun k\u00f6nnen. Sie l\u00e4sst aber auch zu, dass Katie sie bei ihrer neuen Karriere unterst\u00fctzt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte ist ehrlich, ber\u00fchrend und n\u00e4her an den Lesern als so viele andere. Ob man mit seinem Gewicht hadert oder etwas anderem. Es ist so wichtig, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die st\u00e4ndigen Wiederholungen, dass sie zu dick und eklig und \u00fcberhaupt ist, nerven einen vielleicht beim Lesen. Aber genau das macht es doch so authentisch. Wie oft sagt man seinen Liebsten, dass sie nicht zu dick sind? Dass die Ohren doch gar nicht so weit abstehen oder die Nase nicht zu krumm ist. Das muss man gebetsm\u00fchlenartig wiederholen und wenn im Kalender endlich \u201eeines Tages\u201c steht, glaubt der Gegen\u00fcber das vielleicht auch. Der Weg, den Ashley gehen muss, ist nicht leicht, aber f\u00fcr sie entwickelt sich eine positive Reise, die noch lange nicht zu Ende ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein besonderer Satz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe die F\u00e4higkeit zu tr\u00e4umen verloren, weil ich immer und immer wieder nur entt\u00e4uscht wurde.\u201c (S. 402)<\/p>\n\n\n\n<p>Ashley hat sich in ihrem miserablen Leben eingerichtet und \u201ehabe mich damit zufrieden gegeben ein halbes Leben zu f\u00fchren.\u201c Sogar nur ein Viertel Leben. Sie erkennt, dass es vielleicht gar nicht die Welt war, die sie entt\u00e4uscht hat, sondern zum gro\u00dfen Teil sie selbst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde, da steckt ganz viel Wahrheit drin. Viele Menschen sind so unzufrieden, weil sie sich mit einer Lebenssituation abfinden, die sie eigentlich gar nicht gl\u00fccklich macht. Doch aus lauter Angst vor Ver\u00e4nderung, laden sie ihren Frust bei anderen ab und ziehen die mit runter.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, dass \u201eUgly fat thing?\u201c noch viele Leser findet und zum Nachdenken anregt. \u00dcber das eigene Selbstbild und auch den Umgang mit unseren Mitmenschen. Unabh\u00e4ngig davon, ob wir sie pers\u00f6nlich kennen oder anonym \u00fcber soziale Netzwerke.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist angenehm fl\u00fcssig zu lesen und beinhaltet doch so viele wichtige Botschaften, dass ich mich manchmal schon gefragt habe, wie die eigentlich alle in dieser Geschichte Platz finden konnten. Gut gemacht, liebe Annie Stone!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annie Stone Bewahre dir die F\u00e4higkeit zu tr\u00e4umen Wenn ein\/e Autor\/in am Ende der Geschichte ein paar pers\u00f6nliche Worte schreibt, lese ich die immer zuerst. Dass diese Geschichte von Verlagen abgelehnt wurde bzw. es gar nicht erst so weit geschafft hat und Annie Stone sie selbst ver\u00f6ffentlichte, in dem Wissen, dass sie im breiten Massenmarkt versinken w\u00fcrde, machte mich traurig und w\u00fctend. Erst recht, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Unter dem zarten pinken Cover verbirgt sich eine Geschichte, die ganz sicher verdient, von vielen Menschen gelesen zu werden. Von denen die \u201eschwach\u201c sind und von denen, die andere schw\u00e4chen um sich besser zu f\u00fchlen.&nbsp; F\u00fcr dieses Buch gibt es mal eine Einteilung in Themenbereiche:&nbsp; Die Hauptfigur&nbsp; &nbsp; &nbsp; Ashley Delaney f\u00fchlt sich gar nicht wie eine Ashley, denn die sind sch\u00f6n, beliebt und d\u00fcnn. Alles, was sie nicht ist. Sie arbeitet in einem Call-Center und lebt mit 28 Jahren bei ihren Eltern. Meistens bleibt sie zuhause, wo sie ihre eigenen Klamotten n\u00e4ht oder geht zu ihrer Freundin Staci. Ashley steht sich selber im Weg, weil sie vor lauter Angst, dass andere sie eklig finden oder sich \u00fcber sie lustig machen, kaum aus dem Haus geht. Immer wieder macht sie sich selber schlecht. Und wenn sie es nicht tut, macht es bestimmt ihre Mutter. Familie Diese Familie ist alles, aber keine Bilderbuchfamilie. Ihre Mutter sch\u00e4mt sich f\u00fcr Ashley. Sie versucht st\u00e4ndig, sie zum Abnehmen zu bewegen und schleppt immer wieder M\u00e4nner an, um die Tochter endlich unter die Haube zu bringen. In der glitzernden Filmwelt von Los Angeles, in der sie sich dank dem Vater bewegen, ist eine dicke Tochter peinlich, weshalb sie nicht mit auf den roten Teppich darf oder gar Erw\u00e4hnung in der Presse findet. Die Mutter ist so gemein, dass man beim Lesen richtig aggressiv wird und ihr echt was B\u00f6ses will. Sie macht Ashley permanent nieder und versteht es nicht mal dann, wenn man es ihr haarklein erkl\u00e4rt.&nbsp; Der Gegenpart ist Ashleys Bruder Chad. Der Fitness-Influencer mit Millionen von Follower und seiner h\u00fcbschen Freundin Katie ist der ganze Stolz der Mutter. Zun\u00e4chst realisiert Chad nicht, dass auch er seine Schwester runterzieht. Doch als er sich dessen bewusst ist, tritt er f\u00fcr Ashley ein und hilft ihr in ein neues Leben. Der Vater spielt keine gro\u00dfe Rolle, denn er ist eh nie f\u00fcr seine Tochter da.&nbsp; Freunde Staci ist Ashleys einzige Freundin, die immer f\u00fcr sie da ist. Sie meldet Ashley bei einem Online-Dating-Portal f\u00fcr Dicke an, wo sie regen Zuspruch erh\u00e4lt.&nbsp; Liebe Auf dem Dating-Portal lernt sie Jordan kennen. Er schafft es, sie aus der Reserve zu locken, was aber gar nicht so einfach ist, da Ashley einfach nicht glauben kann, dass so ein hei\u00dfer Typ wie er sich f\u00fcr sie interessiert. Immer wartet sie darauf, dass er sich \u00fcber sie lustig macht, sagt, dass das alles nur ein Scherz war. Es ist aber Ashley, die immer wieder einen Schritt zur\u00fcck geht. Sie glaubt ihm nicht, wenn er ihr Komplimente macht und trennt sich schlie\u00dflich von ihm.&nbsp; Die Erkenntnis Durch die Trennung kommt Ashley endlich ins Handeln und k\u00e4mpft sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck ins Leben. Ihr ist bewusst, dass sie nur selber an sich arbeiten kann und lernen muss, sich selbst zu lieben, damit es auch andere tun k\u00f6nnen. Sie l\u00e4sst aber auch zu, dass Katie sie bei ihrer neuen Karriere unterst\u00fctzt.&nbsp; Die Geschichte ist ehrlich, ber\u00fchrend und n\u00e4her an den Lesern als so viele andere. Ob man mit seinem Gewicht hadert oder etwas anderem. Es ist so wichtig, sich selbst zu akzeptieren und zu lieben.&nbsp; Auch die st\u00e4ndigen Wiederholungen, dass sie zu dick und eklig und \u00fcberhaupt ist, nerven einen vielleicht beim Lesen. Aber genau das macht es doch so authentisch. Wie oft sagt man seinen Liebsten, dass sie nicht zu dick sind? Dass die Ohren doch gar nicht so weit abstehen oder die Nase nicht zu krumm ist. Das muss man gebetsm\u00fchlenartig wiederholen und wenn im Kalender endlich \u201eeines Tages\u201c steht, glaubt der Gegen\u00fcber das vielleicht auch. Der Weg, den Ashley gehen muss, ist nicht leicht, aber f\u00fcr sie entwickelt sich eine positive Reise, die noch lange nicht zu Ende ist.&nbsp; Ein besonderer Satz \u201eIch habe die F\u00e4higkeit zu tr\u00e4umen verloren, weil ich immer und immer wieder nur entt\u00e4uscht wurde.\u201c (S. 402) Ashley hat sich in ihrem miserablen Leben eingerichtet und \u201ehabe mich damit zufrieden gegeben ein halbes Leben zu f\u00fchren.\u201c Sogar nur ein Viertel Leben. Sie erkennt, dass es vielleicht gar nicht die Welt war, die sie entt\u00e4uscht hat, sondern zum gro\u00dfen Teil sie selbst.&nbsp; Ich finde, da steckt ganz viel Wahrheit drin. Viele Menschen sind so unzufrieden, weil sie sich mit einer Lebenssituation abfinden, die sie eigentlich gar nicht gl\u00fccklich macht. Doch aus lauter Angst vor Ver\u00e4nderung, laden sie ihren Frust bei anderen ab und ziehen die mit runter.&nbsp; Ich hoffe, dass \u201eUgly fat thing?\u201c noch viele Leser findet und zum Nachdenken anregt. \u00dcber das eigene Selbstbild und auch den Umgang mit unseren Mitmenschen. Unabh\u00e4ngig davon, ob wir sie pers\u00f6nlich kennen oder anonym \u00fcber soziale Netzwerke.&nbsp; Das Buch ist angenehm fl\u00fcssig zu lesen und beinhaltet doch so viele wichtige Botschaften, dass ich mich manchmal schon gefragt habe, wie die eigentlich alle in dieser Geschichte Platz finden konnten. Gut gemacht, liebe Annie Stone!<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":249,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[72,74,75,73,71],"class_list":["post-237","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roman","tag-annie-stone","tag-bodyshaming","tag-romanempfehlung","tag-selbstliebe","tag-ugly-fat-thing"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=237"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":240,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/237\/revisions\/240"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}