{"id":198,"date":"2020-12-05T17:12:15","date_gmt":"2020-12-05T16:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/?p=198"},"modified":"2021-04-11T13:21:16","modified_gmt":"2021-04-11T11:21:16","slug":"let-it-snow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/?p=198","title":{"rendered":"Let it snow"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-large-font-size\"><em>Julia K. Stein<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Weihnachten in New York<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich vor ein paar Jahren im September eine Stelle im Allg\u00e4u antrat, fragte mich eine Kollegin \u201eMagst du Schnee?\u201c. Ich war leicht verwirrt, denn wer, bitte sch\u00f6n, mag keinen Schnee?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauerte nicht lange bis die ersten Flocken fielen. Keine k\u00fcmmerlichen Kr\u00fcmel, sondern golfballgro\u00dfe Kugeln, die dicht an dicht auf den Boden t\u00e4nzelten. Ich starrte nur aus dem B\u00fcrofenster (*h\u00fcstel*) und beobachtete dieses magische Ballett. Ich wurde Profi im Schneeschippen, Anfahren am Berg bei Glatteis und einfachem Geradeauslaufen durch gef\u00fchlt kniehohen Schneematsch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mai schneite es jedoch immer noch und ich erinnerte mich an die Frage meiner Kollegin, die ich neu f\u00fcr mich beantwortete: \u201eNein! Ich hasse Schnee!\u201c Aber das ist nat\u00fcrlich gelogen! \ud83d\ude42 Ich erholte mich von dieser Schneeflut und wir wurden wieder Freunde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schnee bringt eine kaum greifbare Stille mit sich. Alles ist so friedlich. Man wird ruhiger und entspannter. Oder habt ihr etwa das Bed\u00fcrfnis durch den Schnee zu rennen?<\/p>\n\n\n\n<p>Denkt man an New York &#8211; ich wei\u00df, herber Cut &#8211; f\u00e4llt einem der Times Square ein, Menschenmassen, die sich durch die H\u00e4userschluchten schieben, alles ist immer in Bewegung. Es ist laut, es ist hektisch, es riecht an jeder Ecke anders.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-1024x723.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-202\" width=\"461\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-300x212.jpg 300w, https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-768x542.jpg 768w, https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-1536x1085.jpg 1536w, https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow-1200x848.jpg 1200w, https:\/\/xn--wrterbummel-rfb.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/10.2-Let-it-snow.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eLet it snow\u201c von Julia K. Stein spielt auch in New York, aber der Version, die die Touristen meistens meiden: New York im Schneesturm.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt f\u00e4ngt die beiden gestrandeten Protagonisten Hannah und Kyle auf wie eine H\u00e4ngematte, die sie in flauschige Kissen einmummelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Booknerd Hannah m\u00f6chte kurz vor Weihnachten nach Deutschland zu ihrer Familie fliegen, College-Sch\u00f6nling Kyle m\u00f6chte zu seiner Familie, die die Feiertage auf Barbados verbringt. Der Schneesturm zwingt sie jedoch in New York zu bleiben, wo das Schicksal sie zusammenf\u00fchrt. Mangels Unterkunft, Internetzugang und Geld nimmt Hannah Kyles Angebot bei ihm zu bleiben an. Sie versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und sich gegenseitig besser kennenzulernen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt nur wenig Schaupl\u00e4tze. Das Treiben, f\u00fcr das New York so bekannt ist, geht nur von den Schneeflocken aus. Die ganze Stadt verspr\u00fcht dennoch einen Charme und eine gem\u00fctliche Ruhe, der man sich nicht entziehen kann. Besonders Kyle lernt seine Stadt wieder neu kennen und teilt seine Freude daran mit Hannah, die doch noch ein sch\u00f6nes Weihnachtsfest feiern darf.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte lebt von den Dialogen, die meistens witzig sind, aber auch doppeldeutig und ernst. Ganz subtil wird hier und da ein wenig Gesellschaftskritik eingeflochten. Unabh\u00e4ngig vom Kontostand oder gesellschaftlichem Umfeld, haben alle mit gewissen Problemen zu k\u00e4mpfen. Sei es, seinen Weg zu finden oder dem vorbestimmten Weg so lange wie m\u00f6glich auszuweichen und das Leben auszukosten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eLet it snow\u201c kann man ein paar gem\u00fctliche&nbsp;Lesestunden unter der Kuscheldecke bei Gl\u00fchwein und Lebkuchen verbringen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julia K. 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Alles ist so friedlich. Man wird ruhiger und entspannter. Oder habt ihr etwa das Bed\u00fcrfnis durch den Schnee zu rennen? Denkt man an New York &#8211; ich wei\u00df, herber Cut &#8211; f\u00e4llt einem der Times Square ein, Menschenmassen, die sich durch die H\u00e4userschluchten schieben, alles ist immer in Bewegung. Es ist laut, es ist hektisch, es riecht an jeder Ecke anders.&nbsp; \u201eLet it snow\u201c von Julia K. Stein spielt auch in New York, aber der Version, die die Touristen meistens meiden: New York im Schneesturm.&nbsp; Die Stadt f\u00e4ngt die beiden gestrandeten Protagonisten Hannah und Kyle auf wie eine H\u00e4ngematte, die sie in flauschige Kissen einmummelt.&nbsp; Booknerd Hannah m\u00f6chte kurz vor Weihnachten nach Deutschland zu ihrer Familie fliegen, College-Sch\u00f6nling Kyle m\u00f6chte zu seiner Familie, die die Feiertage auf Barbados verbringt. Der Schneesturm zwingt sie jedoch in New York zu bleiben, wo das Schicksal sie zusammenf\u00fchrt. Mangels Unterkunft, Internetzugang und Geld nimmt Hannah Kyles Angebot bei ihm zu bleiben an. Sie versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und sich gegenseitig besser kennenzulernen.&nbsp; Es gibt nur wenig Schaupl\u00e4tze. Das Treiben, f\u00fcr das New York so bekannt ist, geht nur von den Schneeflocken aus. Die ganze Stadt verspr\u00fcht dennoch einen Charme und eine gem\u00fctliche Ruhe, der man sich nicht entziehen kann. Besonders Kyle lernt seine Stadt wieder neu kennen und teilt seine Freude daran mit Hannah, die doch noch ein sch\u00f6nes Weihnachtsfest feiern darf.&nbsp; Die Geschichte lebt von den Dialogen, die meistens witzig sind, aber auch doppeldeutig und ernst. Ganz subtil wird hier und da ein wenig Gesellschaftskritik eingeflochten. Unabh\u00e4ngig vom Kontostand oder gesellschaftlichem Umfeld, haben alle mit gewissen Problemen zu k\u00e4mpfen. 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